Gerade entstehen bei uns zwei neue Escape Games, und zwar nicht am Schreibtisch, sondern in der Werkstatt: mit Lasercutter, Steckbrett und einer Menge Kabel, bald kommt ein 3D-Drucker dazu. In jeder Box steckt diesmal Elektronik. Das eine Spiel heißt CHRONICAL – Escape the Future, das andere Das Werk des Uhrmachers. Hier erzähle ich, worum es geht, was in den Boxen steckt und warum wir das selbst bauen.
Warum wir unsere Spiele selbst bauen
Rätselboxen gehören seit Jahren zu unseren Formaten. Was wir dabei gelernt haben, hat mit Rätseln oft wenig zu tun. Eine Box für einen Escape Room muss einmal am Tag funktionieren, mit vier Leuten, im immer gleichen Raum. Unsere Boxen müssen in einem Hotelsaal, einer Kantine oder einer Lagerhalle laufen, für zehn Teams oder für hundert gleichzeitig, und nach dem Event in wenigen Minuten wieder bereit sein.
Dafür gibt es nichts von der Stange. Also bauen wir es. Die Zahnräder auf dem Foto oben stammen aus unserem Lasercutter, und genau dort entstehen auch die neuen Boxen. Ich bin übrigens kein gelernter Elektroniker. Bei uns wird alles erst auf dem Steckbrett aufgebaut und ausprobiert, gelötet wird erst, wenn es zuverlässig läuft.
CHRONICAL – Escape the Future
Die Geschichte beginnt mit einer Störung auf dem Beamer. Eine Chronistin meldet sich aus der Zukunft, genauer gesagt aus der Zukunft eurer eigenen Firma, etwa aus dem Jahr 2051. Sie hat schlechte Nachrichten: Heute geht etwas verloren, das eure Firma ausmacht. In ihrer Zeit redet niemand mehr miteinander, das Einzige, was noch zusammenarbeitet, sind die Kaffeemaschinen. Damit das nicht passiert, hat sie euch Zeitkapseln geschickt.
Jedes Team bekommt eine dieser Kapseln. Sie reist in Etappen durch die Zeit: vom Gründungsjahr der Firma über eine vergangene Epoche bis ins Heute und weiter in die Zukunft. Herzstück jeder Kapsel ist ein Zeitregler, ein Drehknopf, bei dem die Jahreszahlen durchrattern. Wer drückt, springt durch die Zeit, mit Licht und Ton. Im Finale gibt jede Kapsel ein Stück eines gemeinsamen Codes frei. Gerettet wird die Zukunft nur, wenn alle Teams zusammenarbeiten.
Wichtig war uns der Ton: viel Humor, nie eine echte Bedrohung. Niemand muss um seinen Job bangen, es geht um das, was ein Team im Alltag zusammenhält. Auf Wunsch wird das Spiel auf eure Firma zugeschnitten, mit Logo, Gründungsjahr und ein paar Fakten aus eurer Geschichte. Das funktioniert aber auch ohne. CHRONICAL ist für 2 oder 2,5 Stunden ausgelegt und für Gruppen bis 500 Personen gedacht.
Das Werk des Uhrmachers
Das zweite Spiel sieht ganz anders aus. Kein Display-Look, sondern eine Box voller Zahnräder aus Holz, Werkstatt- und Steampunk-Optik, warmes Bernsteinlicht und leises Ticken. Ein Uhrmacher ist verschwunden. Zurück bleibt sein geheimnisvolles Werk, und die Teams versuchen herauszufinden, was mit ihm passiert ist. Dazu bringen sie sein Werk Stück für Stück wieder zum Laufen.
Jedes Zahnrad muss erst befreit und dann richtig ausgerichtet werden. Die Eingabe läuft über das, was eine Uhrmacherwerkstatt so hergibt: Zeiger, Hebel, einen Aufziehschlüssel, Gegenstände und Notizen des Uhrmachers. Mehr verrate ich nicht, denn das Spiel hat eine Wendung, die man nicht kennen sollte, bevor man vor der Box sitzt. Nur so viel: Am Ende entscheidet nicht ein einzelnes Team, sondern alle gemeinsam.
An einer Box spielen vier bis sechs Personen. Bei 50 Teilnehmern sind das zehn bis zwölf Boxen, und das Spiel lässt sich in 1,5, 2 oder 2,5 Stunden spielen.
Was in den Boxen steckt
Für alle, die es genauer wissen wollen: In jeder Box sitzt ein kleiner Mikrocontroller, der Licht, Ton, Schalter, Drehknöpfe und kleine Motoren steuert. Bei CHRONICAL kommt ein Touch-Display dazu, beim Uhrmacher kleine Sperrklinken an den Zahnrädern. Die Spielleitung läuft auf einem Raspberry Pi mit eigenem Funknetz. Er startet das Spiel für alle gleichzeitig, zeigt den Countdown auf dem Beamer und sieht, wie weit jedes Team ist. Internet braucht es am Veranstaltungsort nicht.
Zwei Regeln haben wir uns dabei von Anfang an gesetzt. Erstens muss jede Box auch ohne Funk spielbar bleiben, falls die Technik vor Ort zickt. Zweitens wird die Spieldauer nur eingestellt, nicht umgebaut: Alle Rätsel stecken immer in jeder Box, für ein kürzeres Event werden einzelne einfach übersprungen. So kann nichts fehlen, und keine Box ist anders bestückt als die andere.
Damit alle gemeinsam ins Finale kommen
Das größte Problem bei Rätsel-Events mit vielen Teams kennt jeder, der schon einmal eins gespielt hat: Ein Team ist nach der halben Zeit fertig, ein anderes hängt noch am zweiten Rätsel. Die Elektronik hilft uns hier. Teams, die festhängen, bekommen automatisch Hinweise, schnelle Teams bekommen Zusatzaufgaben. Ziel ist, dass alle ungefähr gleichzeitig im Finale ankommen, denn das gemeinsame Ende ist bei beiden Spielen der Moment, auf den alles hinausläuft.
Wann es losgeht
Ehrlich gesagt: Das wissen wir noch nicht genau. Für CHRONICAL liegen die ersten Bauteile auf der Werkbank und die ersten Tests stehen an, der Uhrmacher ist noch weitgehend auf dem Papier. Wir nehmen uns die Zeit, die solche Spiele brauchen. Sobald die beiden Formate buchbar sind, steht es hier im Blog und auf unserer Website. Wer schon jetzt Interesse hat, kann sich gern bei uns melden. Wir merken euch vor und sagen Bescheid.
Bis dahin bleiben unsere bewährten Escape-Formate natürlich buchbar, von Escape the City über Escape the Forest bis Beat the Box. Welches davon zu eurem Team passt, steht im Vergleich unserer Escape Games.
– René
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